LLM-Grundlagen

Was ist ein Large Language Model (LLM)?

Large Language Models erzeugen Sprache, indem sie Muster aus sehr grossen Trainingsdaten nutzen und wahrscheinliche nächste Tokens berechnen. Ihre überzeugende Formulierung ist nicht mit verlässlichem Wissen oder menschlichem Verständnis gleichzusetzen.

Definition

Ein Large Language Model (LLM) ist ein grosses neuronales Sprachmodell, das anhand umfangreicher Textdaten trainiert wird. Es verarbeitet Eingaben als Tokens und erzeugt Ausgaben schrittweise, indem es jeweils eine wahrscheinliche Fortsetzung berechnet. Beispiele für LLM-Familien sind GPT, Gemini, Claude, Llama und Mistral.

Was bedeutet Large Language Model?

Language Model bedeutet Sprachmodell: Es modelliert statistische Beziehungen in Sprache. Large verweist auf die grosse Zahl trainierbarer Parameter, die umfangreichen Trainingsdaten und den erheblichen Rechenaufwand moderner Modelle. Die genaue Grenze, ab wann ein Modell als „large“ gilt, ist nicht einheitlich.

Ein LLM ist nicht dasselbe wie ein Chatbot. Der Chatbot ist die Anwendung mit Benutzeroberfläche, Systemregeln, Tools, Speicher und Sicherheitslogik. Das LLM ist eine generative Komponente innerhalb dieser Anwendung.

Wie funktioniert ein Large Language Model?

Tokens statt ganzer Wörter

Text wird in Tokens zerlegt. Ein Token kann ein Wort, Wortteil, Satzzeichen oder anderes Zeichenmuster sein. Das Modell verarbeitet Tokenfolgen und erzeugt daraus weitere Tokens.

Transformer und Aufmerksamkeit

Moderne LLMs basieren überwiegend auf Transformer-Architekturen. Attention-Mechanismen gewichten, welche Teile einer Eingabe für die aktuelle Berechnung relevant sind. Dadurch kann das Modell Beziehungen über längere Textpassagen berücksichtigen.

Training und Inferenz

Im Training werden Modellparameter anhand sehr vieler Beispiele angepasst. Bei der späteren Nutzung – der Inferenz – verändert eine normale Anfrage diese Parameter nicht. Die Eingabe wird verarbeitet und Token für Token fortgesetzt.

Kontextfenster

Das Kontextfenster begrenzt, wie viele Tokens das Modell in einer Anfrage berücksichtigen kann. Ein grösseres Fenster ermöglicht mehr Material, garantiert jedoch nicht, dass jede Information gleich gut genutzt oder korrekt priorisiert wird.

Was kann ein LLM?

Text erzeugen

Entwürfe, Zusammenfassungen, Übersetzungen und strukturierte Antworten formulieren.

Information extrahieren

Entitäten, Kategorien oder Felder aus unstrukturiertem Text ableiten.

Code unterstützen

Code erklären, Beispiele erzeugen und mögliche Fehlerstellen diskutieren.

Fragen beantworten

Auf Basis von Training, Prompt, bereitgestelltem Kontext und Tools antworten.

Werkzeuge aufrufen

In einer kontrollierten Anwendung APIs oder Funktionen zur Ausführung vorschlagen.

Sprache strukturieren

Inhalte klassifizieren, umformulieren oder in definierte Ausgabeformate bringen.

Welche Grenzen haben Large Language Models?

  • Halluzinationen: Plausibel klingende Ausgaben können faktisch falsch sein.
  • Veraltetes Wissen: Training bildet keinen garantiert aktuellen Wissensstand ab.
  • Fehlende interne Daten: Unternehmenswissen ist ohne Kontext oder Integration unbekannt.
  • Wahrscheinlichkeit statt Gewissheit: Eine flüssige Antwort ist kein Beweis für Richtigkeit.
  • Kontextgrenzen: Sehr grosse oder widersprüchliche Eingaben können die Qualität verschlechtern.
  • Sicherheitsrisiken: Prompt Injection, Datenabfluss und unkontrollierte Tool-Aufrufe brauchen Schutz.

Wie hängen LLM und Retrieval-Augmented Generation zusammen?

Retrieval-Augmented Generation ergänzt ein LLM um Informationssuche. Das RAG-System findet externe Inhalte und stellt ausgewählte Textpassagen in den Kontext. Das LLM formuliert daraus die Antwort.

KomponenteAufgabe
LLMSprache verstehen, transformieren und generieren
RetrieverRelevante Informationen aus Datenquellen finden
RAG-PipelineFrage, Retrieval, Kontext und Generierung koordinieren
GuardrailsEingaben, Berechtigungen und Ausgaben kontrollieren
EvaluationRetrieval- und Antwortqualität reproduzierbar messen

Vom Sprachmodell zum Wissensassistenten

Lesen Sie als Nächstes, wie RAG externe Quellen integriert oder wie Spring AI den Ablauf in Java strukturiert.

Fachlich verantwortlich

Verantwortlicher für die technischen Fachinhalte und die öffentlich dokumentierten Spring-Boot-, Spring-AI- und RAG-Projekte von Allerate.

Fachlich geprüft und zuletzt aktualisiert am 30. Juli 2026.